Stark unterschätzt: Infrarotheizung schlägt Wärmepumpe?
In der aktuellen Heizdebatte steht die Wärmepumpe oft im Mittelpunkt. Doch eine andere Technik wird dabei regelmäßig unterschätzt: die Infrarotheizung. Sie ist günstig, schnell installiert und erstaunlich wirkungsvoll. Gerade in energieeffizienten Gebäuden kann sie der Wärmepumpe echte Konkurrenz machen. Der folgende Überblick zeigt, warum diese Heizlösung mehr Aufmerksamkeit verdient, wo ihre Stärken liegen und warum sie die Wärmepumpe in bestimmten Szenarien klar ausbremst.
Das Wichtigste in Kürze
Inhaltsverzeichnis
- Warum kann eine Infrarotheizung eine Wärmepumpe ausbremsen?
- Wie eine Infrarotheizung Wärme erzeugt
- Angenehmes Raumklima und weniger Feuchtigkeit
- Einfache Installation und geringe Kosten
- Effizienz mit Photovoltaik und Ökostrom
- Gesetzliche Grenzen und regionale Verbote
- Wärmepumpe: Stark im Dauerbetrieb, teuer im Einstieg
- Für wen sich welche Heizung lohnt
- Investitionskosten im Vergleich: Warum die Infrarotheizung oft gewinnt
- Bedeutung der Gebäudesubstanz und thermischen Hülle
- Wartungsfreiheit und technische Langlebigkeit
- Vergleich: Infrarotheizung vs. Wärmepumpe
- Fazit
- FAQ
- Ist eine Infrarotheizung günstiger als eine Wärmepumpe?
- Kann die Infrarotheizung die Wärmepumpe im Altbau schlagen?
- Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Infrarotheizung im Vergleich?
- Braucht man für Infrarotheizungen eine Genehmigung?
- Lässt sich eine Infrarotheizung mit Photovoltaik kombinieren?
- Ersetzt eine Infrarotheizung die Warmwasserbereitung?
- Wie steuert man eine Infrarotheizung am effizientesten?
- Welches System ist wartungsärmer?
- Schlägt die Infrarotheizung die Wärmepumpe in puncto Behaglichkeit?
- Was sagt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zum Vergleich?
- Infrarotheizungen arbeiten mit direkter Strahlungswärme statt warmer Luft
- Sie sind deutlich günstiger in Anschaffung und Installation als Wärmepumpen
- Besonders effizient in gut gedämmten Neubauten und wenig genutzten Räumen
- Wartungsfrei, flexibel einsetzbar und ideal mit Photovoltaik kombinierbar
- Gesetzliche Einschränkungen gelten regional, etwa in Hamburg ab 2026
Warum kann eine Infrarotheizung eine Wärmepumpe ausbremsen?
Eine Infrarotheizung punktet durch geringe Anschaffungskosten, einfache Montage und sofort verfügbare Wärme. In gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Heizbedarf ist sie oft wirtschaftlicher als eine Wärmepumpe, die hohe Investitionen und laufende Wartung erfordert.
Wie eine Infrarotheizung Wärme erzeugt
Eine Infrarotheizung funktioniert grundlegend anders als klassische Heizsysteme. Sie erwärmt nicht die Raumluft, sondern sendet Infrarotstrahlen aus. Diese treffen auf Wände, Möbel und Menschen. Dort wird die Energie in Wärme umgewandelt.
Das Prinzip ähnelt der Sonne an einem klaren Wintertag. Die Luft bleibt kühl, aber die Umgebung fühlt sich warm an. Dadurch entsteht ein sehr gleichmäßiges Raumklima. Viele Menschen empfinden diese Wärme als besonders angenehm. Zudem wird weniger Staub aufgewirbelt. Das ist ein Vorteil für Allergiker. Auch das typische Zugluftgefühl entfällt vollständig.
Angenehmes Raumklima und weniger Feuchtigkeit
Ein großer Pluspunkt der Infrarotheizung liegt in der Wirkung auf die Bausubstanz. Die erwärmten Wände speichern die Wärme und geben sie langsam wieder ab. Dadurch trocknen feuchte Wandbereiche besser aus. Das Risiko für Schimmel sinkt deutlich.
Gleichzeitig bleibt die Luftfeuchtigkeit stabil. Klassische Heizkörper trocknen die Luft oft stark aus. Infrarotheizungen vermeiden dieses Problem. Das Raumklima wirkt natürlicher und ausgeglichener. Besonders in Schlafzimmern und Badezimmern ist dieser Effekt spürbar. Auch in Altbauten mit Feuchteproblemen kann das ein entscheidender Vorteil sein.
Einfache Installation und geringe Kosten
Im Vergleich zur Wärmepumpe ist die Installation einer Infrarotheizung denkbar einfach. Es werden keine Wasserleitungen benötigt. Auch ein Technikraum entfällt. Die Heizpaneele werden an der Wand oder Decke montiert.
Der Anschluss erfolgt über eine normale Stromleitung. Das spart Zeit und Geld. Es fallen keine aufwendigen Umbauten an. Auch die Wartung ist praktisch nicht vorhanden. Es gibt keine beweglichen Teile. Kein Kältemittel. Keine regelmäßigen Serviceintervalle. Gerade für Eigentümer mit begrenztem Budget ist das ein starkes Argument. Die niedrigen Einstiegskosten bremsen die Wärmepumpe spürbar aus.
Effizienz mit Photovoltaik und Ökostrom
Infrarotheizungen gelten oft als Stromfresser. Dieses Bild greift jedoch zu kurz. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage verändert sich die Rechnung deutlich. Der selbst erzeugte Strom kann direkt zum Heizen genutzt werden. Das senkt die laufenden Kosten erheblich. In energieeffizienten Neubauten mit geringer Heizlast reicht diese Lösung oft vollständig aus.
Die punktuelle Wärmeerzeugung sorgt dafür, dass nur dort geheizt wird, wo es nötig ist. Zudem ist kein Vorheizen erforderlich. Die Wärme steht sofort zur Verfügung. Das macht die Infrarotheizung besonders flexibel.
Gesetzliche Grenzen und regionale Verbote
Trotz aller Vorteile gibt es auch Einschränkungen. In Hamburg gilt ab dem 1. Januar 2026 ein Verbot für neue Stromdirektheizungen. Dazu zählen auch Infrarotheizungen. Auch der Austausch bestehender Systeme ist dort untersagt. Ausnahmen sind nur möglich, wenn keine andere Heizlösung umsetzbar ist.
In anderen Bundesländern gelten diese Regeln bisher nicht. Dennoch zeigt das Beispiel, dass politische Vorgaben die Nutzung einschränken können. Vor einer Entscheidung sollte daher immer die regionale Gesetzeslage geprüft werden.
Wärmepumpe: Stark im Dauerbetrieb, teuer im Einstieg
Die Wärmepumpe ist technisch ausgereift und sehr effizient. Sie nutzt Umweltenergie aus Luft, Wasser oder Erde. Besonders in Kombination mit Fußbodenheizungen arbeitet sie sparsam. Der CO₂-Ausstoß ist gering. Allerdings sind die Anschaffungskosten hoch. Auch die Installation ist komplex.
In Bestandsbauten sind oft umfangreiche Sanierungen nötig. Bei sehr kalten Temperaturen sinkt die Effizienz, vor allem bei Luft-Wärmepumpen. Der Stromverbrauch steigt dann deutlich. Zudem fallen regelmäßige Wartungskosten an. All das macht die Wärmepumpe nicht für jedes Gebäude zur besten Lösung.
Für wen sich welche Heizung lohnt
Die Entscheidung hängt stark vom Nutzungsszenario ab. Infrarotheizungen eignen sich besonders für Neubauten mit guter Dämmung. Auch kleine Wohnungen profitieren von der einfachen Technik. Für Ferienhäuser oder selten genutzte Räume ist sie ideal. Die Wärme ist sofort da. Lange Vorlaufzeiten entfallen.
Wärmepumpen spielen ihre Stärke bei dauerhaftem Heizbedarf aus. Große Gebäude mit durchgehendem Betrieb profitieren von ihrer Effizienz. Wer langfristig plant und die Investition stemmen kann, ist mit einer Wärmepumpe gut beraten. In vielen Fällen bremst jedoch die Infrarotheizung die Wärmepumpe klar aus.
Investitionskosten im Vergleich: Warum die Infrarotheizung oft gewinnt
Der größte Vorteil im Duell „Infrarotheizung schlägt Wärmepumpe“ liegt in den initialen Anschaffungskosten. Während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation und notwendiger Anpassungen am Verteilersystem (Fußbodenheizung oder größere Heizkörper) oft zwischen 25.000 und 45.000 Euro kostet, lässt sich ein Einfamilienhaus bereits für einen Bruchteil dieses Betrages mit modernen Infrarotpaneelen ausstatten.
Diese Ersparnis im fünfstelligen Bereich kann bei kluger Rechnungsweise die höheren Stromkosten über Jahrzehnte hinweg kompensieren. Besonders in gut gedämmten Gebäuden oder als Ergänzungsheizung zeigt sich, dass die Infrarottechnik wirtschaftlich oft unterschätzt wird. Wer die Gesamtkosten (TCO) betrachtet, erkennt schnell, dass die Wärmepumpe nicht in jedem Szenario die rentabelste Lösung darstellt.
Bedeutung der Gebäudesubstanz und thermischen Hülle
Ob eine Infrarotheizung die Wärmepumpe tatsächlich schlägt, hängt maßgeblich vom energetischen Zustand des Hauses ab. Infrarotstrahler erwärmen nicht die Luft, sondern die Baukörper (Wände und Böden), was in sanierten Altbauten Schimmelbildung verhindert und für ein behagliches Klima sorgt. In einem schlecht gedämmten Gebäude mit hohen Transmissionswärmeverlusten würden die Betriebskosten einer Elektroheizung jedoch explodieren.
Die Wärmepumpe spielt ihre Effizienz vor allem durch den COP-Wert (Coefficient of Performance) aus, benötigt dafür aber niedrige Vorlauftemperaturen. Für Hausbesitzer bedeutet das: Je geringer der absolute Wärmebedarf eines Raumes, desto eher schlägt die Infrarotheizung die Wärmepumpe aufgrund der entfallenden Systemverluste und der punktgenauen Steuerbarkeit.
Wartungsfreiheit und technische Langlebigkeit
Ein oft übersehener Aspekt im Vergleich ist die technische Komplexität. Eine Wärmepumpe ist ein mechanisches System mit Verdichtern, Kältemittelkreislauf und beweglichen Teilen, die einer regelmäßigen Wartung bedürfen und eine begrenzte Lebensdauer von etwa 15 bis 20 Jahren haben.
Im Gegensatz dazu besteht eine hochwertige Infrarotheizung aus verschleißfreien Carbon- oder Keramik-Elementen ohne bewegliche Teile. Diese Systeme sind praktisch wartungsfrei und überdauern oft 30 Jahre oder mehr ohne Leistungsverlust.
Vergleich: Infrarotheizung vs. Wärmepumpe
| Kriterium | Infrarotheizung | Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten | niedrig | hoch |
| Installation | sehr einfach | aufwendig |
| Wartung | praktisch wartungsfrei | regelmäßig notwendig |
| Effizienz im Neubau | sehr gut | sehr gut |
| Effizienz bei Kälte | konstant | sinkt bei Frost |
| Flexibilität | sehr hoch | gering |
| Gesetzliche Einschränkungen | regional möglich | kaum |
Fazit
Die Infrarotheizung ist günstig, effizient und erstaunlich vielseitig. In vielen Wohnsituationen ist sie der Wärmepumpe klar überlegen. Besonders bei niedrigem Heizbedarf spielt sie ihre Stärken aus. Wer flexibel bleiben will und hohe Investitionen scheut, findet hier eine starke Alternative. Genau deshalb bremst diese unterschätzte Heizung die Wärmepumpe spürbar aus.
FAQ
Ist eine Infrarotheizung günstiger als eine Wärmepumpe?
In der Anschaffung ist die Infrarotheizung deutlich preiswerter, da keine teure Technik oder Rohre verlegt werden müssen. Langfristig hängen die Gesamtkosten jedoch stark von der Dämmung des Hauses und dem aktuellen Strompreis ab.
Kann die Infrarotheizung die Wärmepumpe im Altbau schlagen?
Ja, besonders wenn eine Sanierung des Rohrsystems für eine Wärmepumpe zu aufwendig oder teuer wäre. Infrarotpaneele können hier punktuell eingesetzt werden und schützen zudem effektiv die Bausubstanz vor Feuchtigkeit.
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Infrarotheizung im Vergleich?
Eine Wärmepumpe benötigt pro Kilowattstunde Wärme deutlich weniger Strom, da sie Umweltwärme nutzt. Die Infrarotheizung wandelt Strom hingegen fast 1:1 in Wärme um, was sie nur bei geringem Heizbedarf konkurrenzfähig macht.
Braucht man für Infrarotheizungen eine Genehmigung?
Im Gegensatz zu Wärmepumpen, die oft Lärmschutzvorgaben oder Bohrgenehmigungen erfordern, ist die Installation von Infrarotpaneelen genehmigungsfrei. Sie müssen lediglich sicherstellen, dass die elektrische Hausinstallation für die zusätzliche Last ausgelegt ist.
Lässt sich eine Infrarotheizung mit Photovoltaik kombinieren?
Die Kombination mit einer PV-Anlage ist sehr sinnvoll, um die Betriebskosten zu senken. Da Infrarotheizungen jedoch meist im Winter laufen, wenn die Solarerträge gering sind, ist ein intelligentes Energiemanagement notwendig.
Ersetzt eine Infrarotheizung die Warmwasserbereitung?
Nein, Infrarotpaneele erwärmen nur die Räume und kein Wasser. Für das Brauchwasser müsste zusätzlich ein Durchlauferhitzer oder eine kleine Brauchwasserwärmepumpe installiert werden.
Wie steuert man eine Infrarotheizung am effizientesten?
Die Nutzung von smarten Thermostaten ist entscheidend, um die Heizung nur dann zu aktivieren, wenn sich Personen im Raum befinden. Durch die schnelle Reaktionszeit der Strahlungswärme lässt sich so viel Energie im Vergleich zur trägen Wärmepumpe sparen.
Welches System ist wartungsärmer?
Infrarotheizungen sind nahezu wartungsfrei, da sie keine beweglichen Teile oder Flüssigkeiten enthalten. Wärmepumpen müssen hingegen regelmäßig technisch überprüft werden, was jährliche Zusatzkosten verursacht.
Schlägt die Infrarotheizung die Wärmepumpe in puncto Behaglichkeit?
Viele Menschen empfinden die Infrarotstrahlung als angenehmer, da sie der natürlichen Sonnenstrahlung ähnelt. Im Gegensatz zur Wärmepumpe mit Heizkörpern entsteht keine Staubaufwirbelung durch Konvektionsströme.
Was sagt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zum Vergleich?
Das GEG erlaubt Infrarotheizungen als alleinige Heizung nur unter bestimmten Bedingungen, wie etwa einer sehr hohen Dämmqualität des Hauses. In vielen Fällen wird die Wärmepumpe gesetzlich bevorzugt, weshalb eine Fachberatung vor dem Kauf unerlässlich ist.